Alpenüberquerung des Seminarkurs MTBX

Die Alpen zu überqueren um auf die Südseite zu gelangen, ist seit jeher Herausforderung – egal ob zu Fuß, mit Fahrzeugen, mit Tieren, durch Tunnel oder gar durch die Luft. Das Mountainbike wählten vier Schüler und zwei Lehrer des Seminarkurses MTBX der Claude-Dornier-Schule für ihre Alpenüberquerung vergangene Woche. Sie durchquerten dabei in sechs Tagen drei Länder und legten 352,2km und 9180hm auf ihrer Strecke von Landeck in Österreich bis nach Riva del Garda am Gardasee zurück.

Geplant und vorbereitet hatten die Schüler die Route während des Schuljahres, trainiert und ihre Fitness gesteigert, sowie das technische Know-how für die Pflege ihrer Bikes erlernt. Auch die kritische Auseinandersetzung mit dem Thema Nachhaltigkeit einer Alpenüberquerung gehörte zum Inhalt des Seminarkurses und es wurde ein spezieller Erste Hilfe Kurs absolviert. Vergangene Woche dann sollte es praktisch werden: Die Bikes wurden eingeladen, die Rucksäcke mit maximal 5kg gepackt. Die Vorfreude, aber auch die Nervosität wuchsen: Waren alle fit genug für dieses Abenteuer? Würde das Material halten? Und welche Rolle würde das Wetter spielen?

Die Tour – bestehend aus sechs Etappen – führte zunächst nach Sur En in der Schweiz. Von dort ging es über den Reschenpass nach Müstair in der Schweiz, über den Umbrailpass nach Sondalo in Italien und weiter über den Passo del Mortirolo nach Vezza d’Oglio. Die fünfte Etappe führte über den Passo Tonale – hier wurden einige Höhenmeter per Gondel überwunden – nach Giustino und schließlich in der letzten Etappe über den Pass Bandalors Madonna an den Sehnsuchtsort Riva del Garda in Italien.

Schon vor dem Start war klar: Aufgrund der vielen Niederschläge der letzten Wochen und des vielen Schnees in den Alpen musste der Start verlegt werden. Statt wie geplant in Ischgl ging es nun in Landeck, Österreich los. Die Flexibilität bei der Tourenplanung, die die Schüler und ihre Lehrer schon zum Start gezeigt hatten, ermöglichte es auch an den weiteren Tagen nicht nur auf das Wetter Rücksicht zu nehmen – aufgrund von zu viel Schnee musste die Stilfserjochstraße gefahren werden -, sondern auch Abstecher und Überraschungen zu erleben: Da der Reschensee wegen Bauarbeiten fast leer war, konnte die Gruppe die Staumauer mit den Mountainbikes abfahren und den See teilweise durchqueren. Besonders ambitionierte Tourenmitglieder machten zudem vom Umbailpass noch einen Abstecher zum Stilfser Joch.

Ein Reiz der Tour bestand in der abwechslungsreichen Landschaft: steile Anstiege und viele Serpentinen, flowige Abfahrten – spektakuläre Straßen wie die Stilfserjochstraße werden wohl ebenso in Erinnerung bleiben wie die blühenden Wiesen, rauschenden Flüsse und glitzernden Schneefelder, die durchquert wurden. Ein landschaftliches Highlight für die Teilnehmer waren die schneebedeckten Berge der Brentagruppe, welche auch die steilsten Anstiege vergessen ließen. Zum positiven Fazit gehört aber auch, dass alle Teilnehmer ohne Pannen und Verletzungen am Ziel angekommen sind und sich dort mit Pizza und Eis von den Strapazen erholen konnten: „Nach sechs harten Tagen mit viel Sonne, etwas Regen und vielen Anstiegen endlich den Gardasee zu sehen, war unbeschreiblich schön. Dieser Moment wird mir noch lange in Erinnerung bleiben!“, resümiert Schüler Leander Böttger schließlich am Ziel.

Was aber wohl noch schwerer wiegt, ist das Gefühl, es geschafft zu haben und stolz auf die eigene Leistung sein zu können: „Am Anfang waren Zweifel da, ob die Kräfte reichen, doch nun ist das Gefühl umso schöner endlich in Riva angekommen zu sein“, sagt Ben Heidrich am Ende der Tour und ergänzt: „Dieses Abenteuer werden wir für immer in uns tragen.“ Auch Sportlehrer Max Wilke betont die große Bedeutung, die hinter der sportlichen Leistung steht: „Ich bin sehr stolz auf die Schüler. So ein Alpencross ist eine enorme physische und psychische Herausforderung, die sie mit Bravour gemeistert haben. Auch das Miteinander und die Gruppendynamik haben mir sehr gut gefallen, so konnten alle jeden Tag viel Spaß haben. Das gute Wetter, die tolle Strecke und die fantastischen Landschaften haben die Woche zu einem unvergesslichen Erlebnis für alle gemacht. Und der Pool mit Blick über Riva und den Gardasee waren ein wohl verdienter, toller Abschluss.”

(Text: Alexandra Pecha / Bilder: Max Wilke)