Handwerk hautnah: Schüler bauen eigene Bögen

Zehn Schülerinnen und Schüler der Technischen Gymnasien Klasse 11 und 12 nahmen an einem besonderen Bogenbau-Workshop teil, der ihnen spannende Einblicke in ein altes Handwerk bot. Gleich zu Beginn durften die Teilnehmenden verschiedene handgefertigte Bögen begutachten – und direkt auf dem Schießplatz ausprobieren. Beim Praxistest sammelten sie erste Erfahrungen mit den unterschiedlichen Modellen, konnten deren Eigenschaften kennenlernen und sich inspirieren lassen.

Im Anschluss machten sich die Jugendlichen an die Arbeit: Aus schlichten Holzrohlingen und mit traditionellen Werkzeugen wie Ziehmesser, Raspel und Ziehklinge formten sie Schritt für Schritt ihre eigenen Bögen. Es wurde gehobelt, gespant, geschliffen und schließlich geölt – dabei flogen die Späne, und manche Schüler hatten am Ende Blasen an den Händen. Doch der körperliche Einsatz zahlte sich aus: Jeder Bogen wurde individuell gestaltet und zum Unikat.

Und doch gilt: „Wer Bögen baut, muss damit rechnen, dass auch mal einer zerbricht.“ Beim Bearbeiten oder Biegen ging tatsächlich der ein oder andere Bogen zu Bruch. Doch genau darin lag eine wertvolle Lektion des Projekts: Aus Fehlern zu lernen, nicht aufzugeben, es beim nächsten Mal besser zu machen und mit Geduld weiterzuarbeiten. So zeigte sich, dass Rückschläge ein wesentlicher Teil des Lernprozesses sind und am Ende zum wahren Erfolg beitragen.

Das Projekt soll im kommenden Schuljahr mit weiteren Veranstaltungen fortgesetzt werden. Geplant sind zusätzliche Workshops, bei denen die Techniken vertieft werden und die Jugendlichen ihre Bögen weiter verfeinern können. So erhalten die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, ihre handwerklichen Fähigkeiten weiter auszubauen und an den Details ihrer selbstgebauten Bögen zu arbeiten.

Christoph Hindersin