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Aktionstag Handwerk (Presse)

Quelle: https://www.schwaebische.de/

"120 Schüler aus Haupt- und Realschulabschlussklassen aus Friedrichshafen, Ravensburg und umliegenden Gemeinden wie Überlingen und Amtzell haben beim Handwerks-Aktionstag ausgiebig in sechs Berufsbilder hineinschnuppern können. An der Claude-Dornier-Schule im Berufsschulzentrum in Friedrichshafen war alles vorbereitet, um einen realistischen Einblick zu bieten.

Überall hämmert, klopft, nagelt, sägt oder scheppert es. Die Jugendlichen haben sichtlich ihren Spaß. Jeder Schüler, der gerade eine Abschlussklasse in der Region besucht, hatte die Möglichkeit, sich für diesen Tag anzumelden. Dabei konnten sie sich für jeweils zwei Handwerksberufe entscheiden, die sie dann ein bis zwei Stunden lang testen dürfen. Die Neunt- und Zehntklässler schauen aber nicht nur zu und bekommen theoretische Einführungen, sondern können direkt selbst Hand anlegen. Sechs verschiedene Berufe stellen die Auszubildenden zusammen mit ihren Lehrern vor. Im Bereich Hygiene geht es um den Beruf des Friseurs. Dabei experimentieren die Schülerinnen an Puppenköpfen herum. Mit Lockenstab und Glätteisen kreieren sie verschiedene Arten von Locken. Unter lauter Mädchen findet sich auch ein Junge. Er hat aber die Ruhe weg und lässt sich von den mehr als 15 Mädchen nicht beirren. Das genaue Gegenteil ist bei den Kfz-Mechanikern zu sehen. Nur zwei Mädchen sind unter einer ganzen Menge Jungen auszumachen, die aber genauso beherzt zupacken. Ein Mädchen wechselt mal locker die Reifen. „Es gibt immer mindestens drei, vier Mädchen in unseren Klassen. Sie sind tatsächlich auch eine große Stütze unter den ganzen Jungs", erzählt Lehrer Savas Tastan, aus dem Bereich Kfz-Mechanik.

Als einzige Schule im näheren Umkreis bietet die Claude-Dornier-Schule in diesem Bereich die Möglichkeit, zeitgleich eine Ausbildung und die Fachhochschulreife zu absolvieren. Tastan betont: „Das gibt es sonst so gut wie nirgends mehr. Es ist zwar äußerst anspruchsvoll, aber es lohnt sich allemal. Schließlich haben die Leute dann zwei Abschlüsse auf einmal." Zwei auszubildende Mädchen im Beruf des Zimmerers zeigen den Schülern, wie sie aus einem Stück Holz einen großen Stift sägen, abschmirgeln und anbohren, sodass er als Stiftehalter funktioniert. Beim Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizung- und Klimatechnik lernen die Jugendlichen, wie Kupferrohre geformt werden, die später als Heizungsrohr dienen sollen. Auf der anderen Seite des Raums zeigen Maurer, wie man Beton gießt. Ist er richtig in die Form gegossen, kommt er auf den Rüttler, um das Material zu verdichten, und anschließend in den Ofen. Nach zwei Stunden Trocknen sind die jungen Maurer dann stolze Besitzer eines Beton-Teelichthalters. In diesem Bereich darf auch gebaggert und gemörtelt werden. „Beton richtig verteilen oder den Bagger richtig bedienen, ist gar nicht so leicht", stellt ein Mädchen fest.

Gegenüber bauen die Elektroniker aus LED-Lampen und verschiedenen Bau- und Drahtteilen ein Männchen. Wer sich an die Anleitung hält und nicht aus Versehen einen falschen Draht verlötet, hat danach ein Drahtmännchen in der Hand, das im Drei-Sekunden Takt blinkt. Als weitere Ausbildungsberufe präsentieren sich der Fleischer und der Fleischereifachverkäufer. Auch diese Ecke ist dicht umlagert, wie alle Stationen. Die Schüler, die sich für diesen Beruf eingetragen haben, lernen, wie sie Schnitzel richtig gut panieren und Gemüse-Fleisch-Spieße kreieren. Zudem sind sie für das Essen, das in der Mittagspause zwischen dem Wechsel ausgegeben wird, zuständig. Es gibt Saitenwürstchen im Wecken. Die Auszubildenden im Hotelfach geben das Essen aus. „Dieser Beruf gehört eigentlich auch noch zu uns, wird aber in der Außenstelle in Tettnang unterrichtet. Und Angebote an zwei Orten für diesen Tag zu organisieren, wäre etwas kompliziert", berichtet Susanne Halarewicz, Lehrerin in der Abteilung Baumechanik.

Das Ziel dieses Aktionstags, den es schon seit einigen Jahren gibt, ist es, mehr Schüler zu motivieren, eine Ausbildung zu beginnen. Und mit Erfolg. „Immer mehr Jugendliche, die an dem Tag teilnehmen, sehen wir ein bis drei Jahre später tatsächlich bei uns in der Ausbildung", freut sich der Abteilungsleiter der Claude-Dornier-Schule, Thomas Räuber. Das mache die Schule natürlich sehr glücklich, denn immer häufiger werde das Studium den Ausbildungsberufen vorgezogen. Dabei seien das genau die Berufe, die dringend gebraucht werden, stellt Räuber fest. Mit dieser Aktion tut die Claude-Dornier-Schule eine Menge, um dem Handwerk Nachwuchs zu sichern."


Ausschnitt Zimmererwerkstatt

"In der Zimmerei dürfen auch mal die Mädchen Chef spielen. Die beiden Auszubildenden sind jeweils im ersten Lehrjahr und zeigen den Jungs wo es lang geht. (Foto: Anna Dier)​"

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