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Photovoltaik Fahrradhäusle

Photovoltaik Fahrradhäusle

Was erwartet Dich?

Nachhaltig, wirtschaftlich, ökologisch ... bei uns wird Energiewende praktisch unterrichtet

An unserer Schule befindet sich seit Jahren ein sehr in die Jahre gekommenes Fahrradhäusle. Das Flachdach war undicht und die Photovoltaikmodule, die vor etwa 15 Jahren auf dem Dach platziert wurden, konnten auf Grund einer Meinungsverschiedenheit mit dem Landratsamt nie in Betrieb genommen werden. Das Holz war morsch und roch dementsprechend, zudem gab es keine Beleuchtung, was an dunklen Wintertagen zu großen Ärgernissen führte.

Mit Schülerinnen und Schülern war vor etwa 1,5 Jahren dieses Häuschen Gegenstand mehrerer Gespräche. Wir überlegten, was gemacht werden kann, was gemacht werden muss und auch wie ein mögliches Projekt durchgeführt werden sollte. Wir sprachen über Finanzierungskonzepte, einen Zeitplan, einzelne Funktionen und erarbeiteten einen groben Projektplan. Der Nachhaltigkeitsgedanke und mit dem verbundenen „geologischen Fußabdruck“ spielte bei der Klasse ebenso eine tragende Rolle.

Da wir nahezu jedes Gewerk an unserer Schule haben, war die Idee, ein ganzheitliches Schulprojekt ins Leben zu rufen.

Inzwischen verbirgt sich dahinter ein schulart- und klassen- übergreifendes Photovoltaik-Projekt, das mit mehreren Kollegen umgesetzt wurde bzw. wird und immer weiter wächst. Die Schülerinnen und Schüler lernen und erfahren in realen Kundenaufträgen, wie ein Projekt geplant und durchgeführt wird.

Auf und in dem Fahrradhäusle sollte eine Photovoltaik-Insellösung entstehen. Unter Insellösung versteht man eine Photovoltaikanlage, die nicht an das öffentliche Versorgungsnetz angeschlossen ist und komplett autark funktioniert. Die Energie, die die Sonne liefert, soll entweder sofort genutzt oder in Akkumulatoren gespeichert werden. Somit kann also in naher Zukunft das E-Bike oder der Elektroscooter kostenlos geladen werden. Zudem wird das Fahrradhäusle zukünftig sowohl außen als auch innen beleuchtet sein.

Die Zimmerer im ersten Lehrjahr haben Teile des alten und maroden Flachdachs abgetragen und ein neues Pultdach aufgerichtet, da das alte Flachdach undicht und die Arbeit an diesem nicht mehr fortzuführen waren.

Im Inneren wurden Installationsvorbereitungen mit der Berufsfachschule – Elektrotechnik durchgeführt. Hier wurden Beleuchtungen mit Bewegungsmeldern und ausreichend Schutzkontaktsteckdosen montiert und verdrahtet.

Die Maurer haben in die Ecke einen massiven Beton-Sockel gegossen. Dieser dient als Fundament und Feuchtigkeitsbarriere für einen Rittal-Schaltschrank, in dem die Elektrotechnik-Komponenten verbaut werden. Die Anlagenmechaniker montierten ein Trapezblechdach mit Regenentwässerung, damit das Fahrradhäusle auch für die nächsten Jahrzehnte den Witterungen trotzt.

Mit der Abschlussklasse 2BFE2 wurde die Solar-Unterkonstruktion und sechs neue 200Wp-Photovoltaik-Module installiert. Wir erhalten hier zu Spitzenzeiten eine Leistung von 1200Wp.

Mit der 2BFE1 konnte das Fahrradhäusle bereits weiß gestrichen werden. Im nächsten Schuljahr soll es dann mit unserem Flieger-Schullogo, dem Abbild unseres Namensgebers, Claude Dornier, und weiteren Gestaltungs-Elementen optisch aufgewertet werden.

Eine externe Firma aus der nahen Umgebung hat für den erforderlichen Potentialausgleich zwei etwa 7m-tiefe Erdspieße für den äußeren Blitzschutz gesetzt. Zudem wurde die PV-Anlage geerdet und zwei Fangantennen installieren. Diese Arbeiten konnten wir als Schule nicht leisten.

Die Konstruktionsmechaniker entwarfen und produzierten eine Befestigung um die Fahrräder im Häusle anzuschließen, was für die Versicherung der Elektro-Fahrräder zwingend erforderlich ist.

Der Rittal-Schaltschrank wurde aktuell in Betrieb genommen und angeschlossen. In dem Schaltschrank sind beispielsweise die Akkumulatoren, die verschiedenen Sicherungen, Not-Aus-Relais, eine Siemens-SPS und weitere elektronische Komponenten verbaut.

Dieses Frühjahr fand ebenso die Installation der Außenbeleuchtung statt.

Derzeit befinden wir uns in der Testphase, in dieser wir die Anlage genaustens Untersuchen, die Funktionen testen und Fehlerfälle ausschließen wollen.

Uns als Schule war es wichtig, die Schülerinnen und Schüler mit realen Aufträgen auf ihr zukünftiges Arbeitsleben vorzubereiten. Mit diesem Projekt konnten wir also nicht nur die Planung, Kostenkalkulation und Durchführung in unterschiedlichen Klassen und Schularten behandeln, sondern es mussten auch Absprachen mit den einzelnen Gewerken stattfinden, die auch im realen Arbeitsleben beachtet werden müssen.

Bei der Finanzierung „rührten“ wir kräftig die Werbetrommel und konnten dadurch die größten Kosten durch Geschenke oder Firmen-Sponsoring decken.

Der Umbau soll allerdings nach der Fertigstellung nicht beendet werden, sondern als lebendes Schulprojekt laufend verbessert und erweitert werden. Hierzu wird beispielsweise eine Steuerung verbaut werden, um automatisierungstechnische Lösungen umzusetzen. Gezielt sind Projekte mit einem Zugang über ein Codeschloss oder RFID-Chip denkbar. Des Weiteren Online-Monitoring der Erträge und des Verbrauchs.

Sie sehen, an unserer Schule wird das Thema Nachhaltigkeit und regenerative Energien nicht nur unterrichtet, sondern auch praktisch angewendet. Im Zuge der Energiewende und den gestiegen Energiekosten ist eine Sensibilisierung der Jugend in diesen Bereichen eine wichtige Investition in die Zukunft.