NoGame – Der Fokus liegt auf der Verkehrssicherheit

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Polizeikommisare sensibilisieren Abschlussklassen der Claude-Dornier-Schule für Unfallrisiken

Polizeioberkommissar Karl-Heinz Koß (rechts) zeigt ein
            getuntes Bike, das die Polizei aus dem Straßenverkehr
            gezogen hat, und weist auf die Konsequenzen hin. (Foto:
            Lydia Schaefer)

Polizeioberkommissar Karl-Heinz Koß (rechts) zeigt ein getuntes Bike, das die Polizei aus dem Straßenverkehr gezogen hat, und weist auf die Konsequenzen hin. (Foto: Lydia Schaefer) Von Lydia Schäfer Friedrichshafen

Eine Woche sind die Polizeioberkommissare (POK) Dieter Meishohe und Karl-Heinz Koß in den Abschlussklassen der Claude-Dornier-Schule (CDS) unterwegs. Sie möchten mit der Kampagne „No Game – sicher fahren – sicher Leben“ junge Fahrerinnen und Fahrer für Unfallrisiken sensibilisieren.

Der Fokus liegt hier bei der Verkehrssicherheit im E-Bike und E-Scooter Bereich sowie Beeinträchtigungen der Verkehrstüchtigkeit, die mit Alkohol- und Drogenkonsum zusammenhängen. „Des Weiteren sind Geschwindigkeit und Ablenkung, zum Beispiel durch das Benutzen des Handys während der Autofahrt, Thema der Kampagne“, sagt POK Meishohe.

Sowohl die Abiturklassen als auch die Ausbildungsklassen der dritten Jahrgänge nehmen in dieser Woche an der Kampagne teil. Dabei sollen insbesondere die 17- bis 24-Jährigen angesprochen werden. „Normalerweise haben wir so jedes dritte Jahr eine solche Verkehrssicherheitswoche“, sagt Igor Etzler, Lehrer für Fahrzeugtechnik an der CDS. Und normalerweise auch in einem größeren Ausmaß.

In Zeiten der Pandemie ist die Präsentation etwas abgespeckt, die Klassen werden aufgeteilt, damit coronokonform Wissen vermittelt werden kann. „Wir haben pro Woche bis zu 2000 Schnelltests an der Schule“, sagt Schulleiter Stefan Oesterle, um die Sicherheit aller zu gewährleisten.

So wird zunächst die halbe Abschlussklasse der Konstruktionstechniker über den Unterschied zwischen Fahrrad und E-Scooter informiert. Die Polizisten haben sowohl ein E-Bike, einen E-Scooter als auch ein getuntes E-Bike mitgebracht. Letzteres ist bei einer Verkehrskontrolle aufgefallen und aus dem Verkehr gezogen worden, da es weder über Leuchtmittel, Bremsen noch einer Verkehrszulassung verfügte, obwohl es locker über Geschwindigkeiten jenseits der 40 Stundenkilometer fährt.

„Das hat den Konstrukteur insgesamt 4100 Euro Strafe gekostet“, allerdings sei dieser nicht zum ersten Mal auffällig geworden, erklärt POK Koß. Wichtig war es den Polizisten, den Schüler den Unterschied zwischen einem E-Bike, das als Fahrrad gilt, einem sogenannten Speed-Pedelec, das als Kleinkraftrad gilt, und den neuen E-Scootern zu erklären sowie die damit verbundenen Sicherheitsauflagen. Was braucht ein Fahrrad im Straßenverkehr? Licht, Reflektoren, Bremsen, Klingel, nannten die Schüler als Beispiele.

Die E-Scooter waren auch in Friedrichshafen bis Ende Januar im Einsatz. „Wenn man beispielsweise Städte wie Paris oder Hamburg erkunden möchte, ist das ein tolle Sache“, sagen Koß und Meishohe. Man könne unabhängig von Straßen- oder U-Bahnen die Städte erkunden, allerdings seien sie für Landstraßen uninteressant, da sie maximal 20 Stundekilometer fahren. Was viele nicht wissen: Bei der Benutzung von E-Scootern gelten die gleichen Promillemaximalwerte wie für den Autoverkehr. Es sei also eine schlechte Idee, auf einen E-Scooter zurückgreifen zu wollen, wenn man sich wegen Alkoholkonsums nicht hinter ein Steuerrad setzen möchte. Und auch hier greife das Handyverbot, das ebenfalls geahndet werde.

Ein weiterer Teil der Präventionskampagne liegt in einem 90-minütigen Unterricht. Hier sei der Schwerpunkt über Gefahren mit Alkohol- und Drogenkonsum, überhöhte Geschwindigkeiten und Ablenkungen während der Fahrt aufzuklären.

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